Jugendkonzept

Nachwuchsförderung mit System
Das Jugendkonzept des SC Amrichshausen

Hier finden Sie weitere Infos zum Jugendfußball-Angebot!

[/raw]

Sie finden untenstehend Auszüge aus unserem Jugendleitfaden:


Ziel dieses Leitfadens:

Ziel ist es, unsere Jugendspieler, entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten, bestmöglich auszubilden, sie zu fordern und zu fördern, ihre Weiterentwicklung zu gewährleisten und sie danach in die aktiven Mannschaften einzugliedern, so dass ein Fortbestand des Fußballsports in unserem Verein gewährleistet ist.

Warum?

In früheren Zeiten gab es, neben dem Fußball, relativ wenig Freizeitangebote, und speziell im ländlichen Raum war es eine Selbstverständlichkeit, nach der Schule, einen Ball zu besorgen und sich mit anderen zum kicken zu treffen. Folgerichtig fanden sich dadurch auch die meisten Jugendlichen irgendwann bei der Fußballmannschaft eines Vereins ein.

Im Lauf der Zeit hat sich diese Ausgangssituation komplett verändert. Durch die geburtenschwachen Jahrgänge wurden die Jugendlichen insgesamt weniger. Gleichzeitig trat eine Vielzahl von zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten in Konkurrenz zum Fußball. Immer weniger Vereine waren in der Lage eigene Jugendmannschaften zu stellen. Spielgemeinschaften sind heute nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Die Folge ist eine schlechtere Identifikation mit dem Heimatverein, Abwerbeversuche, Verdrängungswettbewerb der Vereine usw.

Einseitige Förderung der überdurchschnittlichen Spieler, Vernachlässigung der „Durchschnittsspieler“ und unkoordiniertes Vorgehen im Jugendbereich, führt zu weiteren Abgängen, sodass insgesamt mittlerweile fast alle kleineren Vereine Probleme haben mit zwei Mannschaften am Spielbetrieb in den unteren Klassen teilzunehmen.

Um dem entgegen zu wirken und um den Spielbetrieb beim SC Amrichshausen auf lange Sicht zu gewährleisten, wurde dieser Leitfaden erstellt.


Wie?

Um das vorher genannte Ziel zu verwirklichen, werden die Grenzen zwischen dem Aktivenbereich und der Jugendabteilung, genau wie die Abgrenzung der einzelnen Jugendmannschaften, aufgeweicht. Das heißt es erfolgt eine engere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Bereichen die oft ineinander übergehen.

Die gemeinsame Marschroute wird vom Abteilungsleiter Fußball, dem Jugendleiter und seinem Team sowie der Vereinsleitung gemeinschaftlich festgelegt und deren Ausführung auch zusammen überwacht und gewährleistet.

Eine koordiniertes, strategisches Vorgehen soll dadurch sicher gestellt werden. Ebenfalls garantiert dies, dass die einzelnen Schritte und das Training für die einzelnen Altersgruppen, aufeinander abgestimmt sind und aufeinander aufbauen.

Dokumentiert wird dies in den detaillierten Leitfäden für die jeweiligen Jugendmannschaften, in denen allgemein gültige Grundsätze und Verhaltensanweisungen enthalten sind, sowie Übungen und Angaben was, wann und wie oft gemessen werden soll.

Die Betreuer sind angehalten, die vereinbarten Tests zu Beginn und zum Ende der Vor- und Rückrunde durchzuführen, die Ergebnisse zu dokumentieren und eine Kopie an den Jugendleiter weiterzuleiten.

Dieser führt eine Gesamtübersicht und verfolgt so die Einhaltung der internen Vorgaben (z.B. Anzahl der Spieler die in die nächste Jugend übergeben werden, Anzahl Jugendspieler pro Jahr für die Aktiven, Entwicklung der einzelnen Spieler usw.)

Die Jugendtrainer sind angehalten den Jugendtrainerschein zu machen und an den angebotenen Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Ziel ist es, möglichst alle Jugendtrainerpositionen mit Personen mit der entsprechenden Qualifikation, zu besetzen. Notfalls sollten in der Übergangszeit interne Schulungen angeboten werden, um alle Beteiligten auf einen annähernd gleichen Wissensstand zu bringen.

Eine lückenlose Dokumentation über den Leistungsstand und die Fortschritte jedes einzelnen Spielers ist die Grundlage an der wir den Erfolg dieses Konzeptes messen. Ein weiterer Erfolgsindikator ist die Anzahl der Spieler, die in die nächsthöhere Jugendmannschaft wechselt und schließlich die Anzahl der Spieler pro Jahr, die in die aktive Mannschaft integriert werden kann. Erst danach kommen Spielergebnisse und Tabellenplätze.


Vision:

Der SC Amrichshausen hat alle Jugendmannschaften gemeldet und möglichst mit Jugendlichen aus Amrichshausen und Umgebung besetzt, sodass auf die Option einer Spielgemeinschaft mit anderen Vereinen nur noch in Ausnahmefällen zurückgegriffen werden muss.

Die Jugendlichen werden von gut ausgebildeten Trainern, mit entsprechendem Qualifikationsnachweis, betreut und werden entsprechend ihren persönlichen Stärken und Schwächen gefördert und gefordert, sodass sie sich entsprechend ihrem Potenzial optimal entwickeln können. Dies gilt sowohl beim fußballerischen Handwerkszeug, wie den technischen, konditionellen und koordinativen Fertigkeiten, als auch für die übergeordneten Fähigkeiten, wie Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit, Einordnung, Hartnäckigkeit und langfristiges Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel.

Durch die umgesetzten Maßnahmen ist eine beständige Quote von 30 bis 50 % der Jugendlichen gewährleistet, die vom Start der Fußballkarriere bis zu den Aktiven weitermacht, sodass eine kontinuierliche Verbesserung des Aktivenbereichs, sowohl quantitativ als auch qualitativ, gesichert ist.

Eine genaue Prognose, ob dies alles hundertprozentig so eintreffen wird, kann nicht getroffen werden. Dazu hängt das ganze Konzept von zu vielen Einflussfaktoren ab, die wir nicht alle beeinflussen können. Aber wenn wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir steuern können und wenn alle Beteiligten sich diesem großen Ziel unterordnen ist die Umsetzung in die Realität zumindest wahrscheinlich.


Aufgaben und Grundsätze:

    • Ständige Weiterentwicklung ist unabdingbar.Auch, und gerade wenn sich erste Erfolge einstellen, heißt dies nicht, dass wir uns zurücklehnen und nichts mehr verändern müssen. Eine ständige Prüfung ob wir die Dinge noch richtig tun und ob wir die richtigen Dinge tun, ist unerlässlich.
      Ein- oder zweimal im Jahr findet hierzu ein Treffen aller Verantwortlichen statt, bei dem alles in Frage gestellt und Verbesserungen und neue Ideen diskutiert werden.
      Der Jugendleiter und / oder der Abteilungsleiter Fußball sorgen für die Durchführung dieser Veranstaltungen.
    • Qualifikation der Betreuer.Der Jugendleiter und sein Team hält die Jugendtrainer an, sich durch Schulungen und Lehrgänge für die wechselnden Anforderungen, zu qualifizieren. Im Rahmen der Möglichkeiten soll so auf den Idealzustand (siehe Vision) hingearbeitet werden.
    • Personenunabhängige Umsetzung.Die Vorstandschaft achtet darauf, dass dieses Konzept personenunabhängig auf Dauer umgesetzt wird. Dieses Konzept ist auf einen sehr langen Zeitraum ausgelegt und darf nicht davon abhängig sein, wer gerade welche Position im Verein besetzt. An diesen Leitfaden ist jedes Vereinsmitglied in Leitungsfunktion gebunden. Abweichungen sind nur nach gemeinsamer Festlegung aller Verantwortlichen (Vorstand, Abt.leiter, Jugendleiter usw.) möglich.
    • Leitfaden als dynamischer Prozess.Ungeachtet der Verpflichtung zur Einhaltung der vereinbarten Vorgehensweise, ist dieser Leitfaden keine statische Vorgabe, sondern ein dynamisches Instrument, das einer ständigen Verbesserung bedarf. Eine spielerische, offene Herangehensweise mit der Bereitschaft neue Dinge auszuprobieren, auf Herz und Nieren zu testen und dann über eine mögliche Übernahme oder Änderung zu entscheiden, verspricht hier am ehesten Erfolg. Alle Beteiligten sind angehalten in ihrem Bereich Verbesserungen anzuregen. Über die tatsächliche Umsetzung entscheidet dann die Gemeinschaft (Jugendtrainer, Jugendleiter usw.)
    • Erfahrungsaustausch.Es werden kontinuierlich Treffen veranstaltet, bei denen sich die Jungendtrainer, der Jugendleiter und der Fußballabteilungsleiter über den Fortschritt der Jugendarbeit austauschen können. Probleme sollen hier genauso angesprochen werden, wie Dinge die sich im Trainingsalltag bewährt haben.
    • Teamarbeit statt Einzelkämpfer.Alle Jugendtrainer arbeiten als Team im Jugendbereich. Die Zuständigkeit hört nicht bei der eigenen Jugendmannschaft auf. Flexible Unterstützung der anderen Betreuer sollte selbstverständlich sein. Dadurch können größere Veranstaltungen oder auch die Leistungsmessungen besser durchgeführt werden. Außerdem kann so auch mal ein Betreuer einer anderen Jugend, die eigenen Spieler betreuen, wenn man selbst verhindert ist und umgekehrt. Zusammenarbeit hilft hier allen weiter.
    • Überwachung der Umsetzung.Der Jugendleiter achtet auf die Umsetzung der Vorgaben und die Durchführung der Leistungsmessungen und fordert diese rechtzeitig ein, wenn die Daten nicht von alleine weitergegeben werden.
    • Unstimmigkeiten / Unklarheiten.Bei unklaren Punkten oder Unstimmigkeiten über die Vorgehensweise oder einzelne Punkte des Konzepts, werden die Angelegenheiten sachlich diskutiert und Lösungen notfalls von der Gemeinschaft festgelegt. Gemeinsam festgelegte Beschlüsse werden von allen eingehalten. Des weiteren sollen Unklarheiten oder Meinungsverschiedenheiten sofort und direkt angesprochen werden, sodass Gerüchte und ein Gegeneinander der Teammitglieder von vornherein ausgeschlossen sind.
    • Kein zweiter Schritt bevor der erste vollendet ist. Wann immer etwas schwer erscheint, kann man ziemlich sicher sein, dass ein leichter Zwischenschritt beim Lernen ausgespart wurde. Deshalb sollte, wann immer dies möglich ist, erst mit der nächstschwereren Stufe begonnen werden, wenn möglichst alle Spieler die leichtere Variante verstanden haben und ausführen können.
      Mit anderen Worten: Nicht wenn eine Übung schnell und einigermaßen gut beherrscht wird, ist sie gemeistert, sondern wenn sie akkurat und technisch sauber von allen ausgeführt wird, kann der nächste Schwierigkeitsgrad angegangen werden.
    • Präzision geht vor Geschwindigkeit
    • Fehler zulassen – und sogar fordern.Erfolge im Jugendbereich werden beim SCA nicht mehr anhand Tabellenplätzen oder Siegen definiert, sondern allein durch die gemessenen Fortschritte der einzelnen Spieler und der Quote der Spieler die an die nächste Jugend (oder die Aktiven) übergeben werden. Dazu ist es notwendig den Mut zu fordern, Fehler zu machen um daraus zu lernen. Nur wer sich ohne Angst an neue Dinge heranwagt, sich traut seine Leistungsgrenzen auszutesten, der wird sich auch permanent weiterentwickeln.
    • Konzentration auf die wichtigsten Spieler?Überdurchschnittlich talentierte Spieler werden uns mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ewig erhalten bleiben, da oft höhere Ziele angestrebt werden. Auch gibt es Spieler deren Talente auf anderen Gebieten, als dem des Fußballs liegen und die deshalb irgendwann die Lust am Weitermachen verlieren. Aus dem Rest wird sich letztendlich unser Nachwuchs rekrutieren.
      Allerdings ist es so gut wie unmöglich genau vorauszusagen, wer letztlich zu welcher Gruppe gehören wird. Deshalb sind alle Spieler wichtig und das Tempo sollte, wo immer möglich, individuell, z.B. durch Gruppenübungen, variabel gestaltet werden.
    • Flexibilität – Koordination und Abstimmung.Die Fußballabteilung ist als Ganzes zu betrachten. Die Zeiten in denen ein Betreuer oder Funktionär nur für seinen eigenen Bereich zuständig war, sind vorbei. Gerade bei der Messung der Kennzahlen oder auch bei anderen Zusatzmaßnahmen tut man sich mit gegenseitiger Hilfe und Abstimmung wesentlich leichter. Daher besser die Zusammenarbeit fördern und einfordern, statt starren Regeln folgen.
    • Fußball macht Spaß.Das Training soll abwechslungsreich gestaltet werden, vielseitige Lerninhalte haben und das Interesse der Spieler steigern, damit der Spaß am Spiel nicht verloren geht. Eine gute Vorbereitung der Trainingseinheiten ist dazu unerlässlich. Der Spass am Spiel ist wichtiger als blinder Ehrgeiz und falsch verstandenes Erfolgsstreben. Natürlich will man im Fußball gewinnen – aber nicht um jeden Preis.
    • Lob ist wirksamer als Strafe.Man wird nicht umhin kommen ab und zu auch mal „durchzugreifen“, wenn sich ein Spieler nicht an die Regeln hält. Aber schon im Vorfeld kann viel erreicht werden, indem man Positives durch Lob verstärkt, anstatt Fehlverhalten zu bestrafen. Das Ziel ist in beiden Fällen das Gleiche, aber der Weg ist für alle angenehmer zu gehen.


Zwei Dinge sind für unsere Arbeit nötig:
Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft,
etwas, in das man viel Zeit und Arbeit
gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.

Albert Einstein

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben,
hier gehts zum Kontakt !
Bis bald!